Gustav Klimt

Gustav Klimt (1862-1918) österreichischer Maler, Vertreter des Wiener Jugendstils und Mitglied der Wiener Secession. Klimt schuf 1902 den Beethovenfries für den linken Seitensaal des Wiener Secessionsgebäudes und erntete dafür sowohl Lob als auch viel Kritik. Sein Werk war stark umstritten und er sah sich immer wieder mit dem Vorwurf der Pornografie konfrontiert. 1907 entstand eines seiner berühmtesten Werke „Der Kuss“. Weltweit bekannt auch „Adele Bloch Bauer I“ als die „Goldene Adele“. Ein über Jahre gehender Rechtsstreit zwischen den Erben und dem Staat Österreich um den Verkauf des Werks für kolportierte 106,7 Millionen Euro zogen viel Aufmerksamkeit auf Klimts Werk.   Bilder und weiterführende Information zu Gustav Klimt: Gustav Klimt, Judith (und der Kopf des Holofernes) 1901, Österreichische Galerie Belvedere, Wien Gustav Klimt, Judith II (Salome) 1909, Cà Pesaro Galleria Internazionale d’Arte Moderna, Musei Civici Veneziani, Venice Gustav Klimt. Ein Österreich der den Jugendstil prägte wie kaum ein anderer. Mehr Information zur Person und dem Werk von Gustav Klimt. Auszug aus „Judith verlässt den Rahmen“: Klimt und die Frauen

Tamara de Lempicka

Tamara de Lempicka. Eine Frau, geboren 1898 in Warschau als Tamara Gorska lebt sie ein Leben im internationalen Jet Set. In ganz Europa zuhause, verstirbt sie schlussendlich 1980 in Mexico. Sie selbst und ihre Kunst leben vom Glamour und dem Schick ihrer Zeit. Die Zwanziger Jahre und die Avantgarde sind ihr Markenzeichen. Interessant ist bei Lempicka, dass sie malte wie sie lebte. Ihr von sich selbst geschaffenes Bild gleicht ihren Bildern. Lempicka war in ihrer Kunst beeinflusst von der Renaissance. Eine Zeit die als Aufbruch in eine neue Epoche verstanden wird. Das Leben hat soviel Schönes zu bieten. Auch Lempicka lebt in ihrer Kunst ein geschöntes Bild der Wirklichkeit, das den Betrachter in einen Sog zieht, der Zeit der 30er Jahre spürbar macht. Und dennoch ist eine gewisse Traurigkeit in ihrem Werk. Auch Lempicka litt an Depressionen.     Bilder besprochen im Buch Judith verlässt den Rahmen Calla Lillies, 1941 Porträt Tadeusz de Lempicki, 1928 Weitere Information zu Tamara de Lempicka Ein Überblick auf Wikipedia Auszug aus Judith verlässt den Rahmen Lempicka ist kein Objekt. Judith Keine bescheidene Frau. Cornelius Nein, sie hat sich für die Entschlossenheit interessiert, für die Eleganz und Repräsentation. Wer von ihr begehrt wurde, musste gut über sich selbst Bescheid wissen und durfte neben ihr nicht untergehen. Kritikern ist ihr Werk zu „schön“, zu „oberflächlich“ und wird…

Jackson Pollock

Jackson Pollock (1912-1956) war ein Vertreter des Abstrakten Expressionismus, einer amerikanischen Kunstrichtung der 1950er Jahre, die sich rund um die New York School begründete. Diese Vereinigung aus Malern und Schriftstellern fand über die Abstraktion einen neuen Zugang zur Kunst und vertrat auch eine gewisse Gegenposition zur aufkommenden PopArt. Pollock schuf „Mythen ohne mythologische Motive“ schrieb Herold Rosenberg, ein amerikanischer Kunstkritiker über sein Werk. Jacksons Kunst wurde wohl auch durch seine Person mystifiziert. Er war unnahbar und gezeichnet von psychischer Krankheit und Alkoholismus. Außerdem starb er 1956 im Alter von nur 44 Jahren an den Folgen eines Autounfalls, bei dem er selbst alkoholisiert am Steuer seines Cabrios saß. Pollock trennte sich in seinen Bildern von jeglicher Komposition oder harmonischem oder gar konventionellen Bildaufbau, er arbeitet ohne Rückbezug auf gängige Formenlehre, seine Bilder zeigen keinen Schwerpunkt oder sonstige Anhaltspunkte. Aber sie zeigen einen Prozess, der Akt der Bewegung bleibt den Bildern erhalten und damit sind sie mit Leben erfüllt und nicht tot. Die Bewegungen der Herstellung wurden auf die Leinwand gebannt. Damit hatte sich der Begriff oder besser die Aufgabe der Malerei verändert. Es war nicht das Zusammenfügen von Elementen das ein Bild aus Farbe entstehen ließ, sondern der Akt der Farbauftragung. Bilder besprochen in Judith verlässt den Rahmen: Jackson Pollock No. 5, 1948, Privat Weiterführende Informationen zu Jackson Pollock Wikipedia MOMA the Collection…

Salvador Dali

Salvador Dali. Der Exzentriker unter den Künstlern der Moderne. Aber vor allem ein Begründer des Surrealismus. Die Surrealisten erzählen Geschichten mit ihren Bildern, versuchen die Kunstgeschichte zu kommentieren mit philosophischen oder kunsttheoretischen Anmerkungen die die Szenerie auf dem Bild in Frage stellen. Wichtig ist hier weniger die malerische Ausführung, als die Idee die sie zu vermitteln versuchen. Der Betrachter soll über seine eigene Wahrnehmung ins Nachdenken geraten. Er soll versuchen sich eine neue Wirklichkeit vorzustellen. Den Surrealisten ging es um eine Art Traumwelt. Sie wollten klar machen, dass die Welt neben realen Abläufen der Wirklichkeit auch eine verborgene Welt der Träume und Sehnsüchte kennt, deren Bedeutung für den Menschen genauso wichtig ist wie die reale Welt. Wir leben alle mit unbewussten Vorstellungen und Träumen denen wir zu wenig Platz einräumen in unserem Leben. Aber sie brechen hervor und wollen gesehen werden. In den zwanziger Jahren wurde die Psychoanalyse von Freud einem breiteren Publikum bekannt und beeinflusste damit wohl auch die Welt der Surrealisten. Das unser Tun und unsere Wünsche geprägt sind vom Unbewussten sind neue Erkenntnis in dieser Zeit, die natürlich den Horizont der Wahrnehmung erweitern.   Bilder besprochen in Judith verlässt den Rahmen: Salvador Dali, Die zerinnernde Zeit 1931, MOMA, New York Salvador Dali, Der große Mastbator 1928, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid Weiterführende Informationen zu Salvador Dali Information zu…

Ein Aufruf an alle das Leben bunt anzumalen!

Das Leben hat so viel Schönes zu bieten. Es ist einfach viel zu Schade nur alle Grautöne wahrzunehmen. In der Natur ist alles bunt. Viel bunter als es sein müsste, auch vielschichtiger und üppiger als notwendig. Bäume biegen sich vor Früchten. Voll behängte Zweige, voll Leben. Die Sonne scheint länger als sie müsste. Wie schade wenn wir das bisschen Zeit das wir haben, nicht sehen können, in ihrer Größe. Wie schade wenn wir unter unseren Möglichkeiten bleiben, wenn wir nicht alles sehen wollen. Alles schmecken, alles fühlen. Nur im Übermaß liegt das Gute. Maßhalten macht nur geizig.

René Magritte

René Magritte (1868-1967) versucht in seiner Arbeit die Wahrnehmung von Kunst an sich in Frage zu stellen. Ein besonders interessantes Gemälde von ihm ist Der Versuch des Unmöglichen. Auf dem Bild steht ein Maler, der gerade dabei ist eine Frau zu malen. Die Frau ist allerdings nicht auf eine Leinwand gebannt, sondern steht vor dem Maler im Bildraum und der Maler malt gerade den linken Arm der Frau im Bild. Magritte thematisiert damit den Akt des Malens an sich. Er bezieht sich auf das eigene Medium und hebt das Bild damit auf eine höhere Ebene, weil es dem Betrachter nicht mehr möglich ist einfach nur ein Bild anzusehen, sondern er muss den Akt des Malens wahrnehmen und sich unweigerlich die Frage stellen, was kann ich auf einem Bild überhaupt sehen? Handelt es sich nicht immer nur um Farbe, die so aussehen soll als handle es sich um einen Maler und sein Modell? Bleibt es nicht immer nur eine Anordnung von Farbe, die auch etwas ganz anderes zeigen könnte und wird nie real? Wir nennen diesen Bereich des Infragestellens des eigenen Mediums Metafiktion. Die Grenzen der Fiktion werden in Frage gestellt. In der Musik, der Literatur und auch in der bildenden Kunst, später dann auch im Film wird diese Frage immer wieder aufgegriffen: Wie weit kann Fiktion gehen und…

Pablo Picasso

Pablo Picasso (1881-1973) ist der einflussreichste und bekannteste Künstler unserer Zeit. Aber warum? Er hat hunderte, wenn nicht tausende Werke geschaffen, aber das hat Bob Ross, der Fernsehmaler auch. Picasso war bereits als Kind ein herausragender Maler, aber auch das können andere von sich behaupten. Picasso hat zwei Dinge definitiv richtig gemacht: Er hat den Kubismus erfunden und sich selbst vergöttert. Vereinfacht ausgedrückt: Er hatte zur richtigen Zeit eine wunderbare Idee und er war eitel genug nie etwas anderes zu tun. Zwei Dinge, die für einen Künstler, der in die Kunstgeschichte eingehen soll unumgänglich sind. Die Idee, das Handwerk, der Fleiß all das muss vorhanden sein, sonst wird das nichts mit der lebenslangen Karriere, aber was den Künstler ausmacht, ist das starke Ich, das nicht nachlässt. Viele Menschen sind begabt, noch viele mehr sind fähig malen zu lernen und dennoch muss ein Künstler bereit sein als Genie zu leben. Picasso ließ keinen Zweifel aufkommen, dass das was er tat großartig war. Picasso stellte klar: Wenn du etwas willst, tu es. Ganz einfach. Ein Künstler stellt seine Tätigkeit nicht in Frage. Bilder besprochen im Buch Judith verlässt den Rahmen Pablo Picasso, Les Demoiselles d´Avignon 1907, MOMA New York Bildnis von Dora Maar 1937, Musée Picasso Paris Bildnis von Marie-Therese Walter 1937 Nackte, grüne Blätter und Büste 1932 Les Femmes d`Alge 1955 Der Kuss, Le baisser 1925 Die Makrele 1903…

Joseph Beuys

Joseph Beuys (1921-1986) Ein Tänzer zwischen den Zeilen und Räumen. Er wird zugleich als größter deutscher Künstler nach Albrecht Dürrer und größter Scharlatan gefeiert. Für Kritiker ist er ein Betrüger der klassischen Schule, der dummen Kunstanhängern einen Haufen Abfall als Kunst verkaufen kann. Also in gewisser Weise auch ein Verkaufsgenie der neuen Konsumgesellschaft. Beuys war in vielerlei Hinsicht ein streitbarer Vertreter seiner Zunft. Als Professor wurde er entlassen, da er sich gegen das Aufnahmeverfahren der Kunsthochschule wehrte. Er nahm alle Studierenden, die sich beworben hatten in seine Klasse auf, weil er niemanden den Zugang zu einer künstlerischen Ausbildung verweigern wollte, die für ihn weit mehr war, als die Vermittlung eines künstlerisches Handwerks. Er wollte die Studenten zu selbstbestimmten Menschen erziehen, die auch, wenn sie keine Künstler im klassischen Sinn geworden wären, auf ein Leben in Kreativität vorbereitet werden sollten. Für Beuys wohnte jeder Tätigkeit eine Form von Kreativität inne, die sie erst interessant und für die Allgemeinheit nutzbar macht. So kann für ihn in jedem Handwerk, in jedem noch so eintönigen Arbeitsprozess eine freie und sich und die Gesellschaft fördernde Bereitschaft liegen. Und das ist für ihn die Verbindung von Kunst und Leben: Jeder noch so gewöhnliche Prozess soll mit jener freien geistigen Haltung ausgeführt werden, wie die, mit der ein Kunstwerk entstehen sollte. Bilder von und zu Joseph…

Jeder braucht eine Beschäftigung

Die Kunst ist laut und schrill, einfühlsam und traurig. Die Kunst ist wie das Leben selbst, sagt die Moderne. Wer sich mit Kunst beschäftigt, hat eine Aufgabe gefunden. Das Leben hat im Grunde nichts anderes zu bieten als kleine und noch kleiner Dinge die unsere Tage füllen können. Nichts ist schlimmer als die Langeweile. Wer es schafft sich selbst zu beschäftigen hat schon gewonnen. Warum Kunst? Warum soll sich irgendjemand mit Kunst beschäftigen? Ich sage jeder braucht eine Aufgabe. Der Mensch braucht für ein geglücktes Leben eine oder besser noch mehrere Beschäftigungen die ihn seine Zeit ausfüllen lassen. Kunst ist ein Angebot an alle die sich mit schönen Dingen und mit dem Leben selbst auseinander setzen wollen. Die Kunst der Moderne sucht nach Darstellungsformen, die uns die Realität aus einer anderen Perspektive sehen lassen. Das Leben findet immer neue Formen die unsere Gesellschaft verändern. Erfindungen die alles auf den Kopf stellen, die uns von Bauern zu Arbeitern machen, die uns übers Internet kommunizieren lassen, die uns fliegen lassen ans andere Ende der Welt. Alles ist möglich, wenn wir es zulassen. Bildung ist ein Weg um sein Glück zu finden. Ich möchte nicht behaupten es ist die einzige Möglichkeit, aber wir sind alle intellektuelle Wesen und die Beschäftigung mit etwas macht uns frei. Ich meine wir brauchen Platz in unserem…

Yves Klein

Yves Klein (1928-1962) erfindet eine Farbe und will damit darstellen was nicht zu sehen ist. Er hat ein Jahr lang mit einem Chemiker experimentiert um die perfekte Farbe zu finden und sie sich anschließend auch patentieren lassen. Im Herbst 1956 gelang es ihm das perfekte und alles durchdringende Blau zu finden. IKB International Klein Blau. Dieses Blau sollte Himmel und Erde vereinen und den Horizont auflösen. Für Klein waren die Blauen Monochromien Verkörperungen des Widerspruchs in der Moderne, wie Materie und Geist, Körperlichkeit und Spiritualität Zeit und Unendlichkeit. In der Ausstellung Proklamation der Blauen Epoche versah er identische Bilder mit unterschiedlichen Preisen. Er verdeutlichte damit, dass der Käufer eines Bildes nicht das materielle Bild erwirbt, sondern dieses mehr als ein Stellvertreter für eine Idee zu verstehen ist und der Preis nur eine subjektive Größe sein kann. Bilder von Yves Klein IKB 191, International Klein Blue 1001 Luftballons, 1957 Überlassung malerischer immaterieller Sensibilität. Anthropometrie der Blauen Epoche Informationen und Videos zu Yves Klein Wikipedia Yves Klein Archiv The New Yorker Auszug aus Judith verlässt den Rahmen Yves Klein. Blau ist keine Farbe Judith Wird die Kunst grundsätzlich kompliziert in den 1960ern oder liegt das an Klein? Cornelius Alles wird komplizierter, das ist doch die Aufgabe des 20. Jahrhunderts. Aber das Interessante an Klein ist meiner Meinung nach, dass er relativ einfache Werke schafft, deren Hintergrund sehr intellek-…