René Magritte

René Magritte (1868-1967) versucht in seiner Arbeit die Wahrnehmung von Kunst an sich in Frage zu stellen. Ein besonders interessantes Gemälde von ihm ist Der Versuch des Unmöglichen. Auf dem Bild steht ein Maler, der gerade dabei ist eine Frau zu malen. Die Frau ist allerdings nicht auf eine Leinwand gebannt, sondern steht vor dem Maler im Bildraum und der Maler malt gerade den linken Arm der Frau im Bild. Magritte thematisiert damit den Akt des Malens an sich. Er bezieht sich auf das eigene Medium und hebt das Bild damit auf eine höhere Ebene, weil es dem Betrachter nicht mehr möglich ist einfach nur ein Bild anzusehen, sondern er muss den Akt des Malens wahrnehmen und sich unweigerlich die Frage stellen, was kann ich auf einem Bild überhaupt sehen? Handelt es sich nicht immer nur um Farbe, die so aussehen soll als handle es sich um einen Maler und sein Modell? Bleibt es nicht immer nur eine Anordnung von Farbe, die auch etwas ganz anderes zeigen könnte und wird nie real? Wir nennen diesen Bereich des Infragestellens des eigenen Mediums Metafiktion. Die Grenzen der Fiktion werden in Frage gestellt. In der Musik, der Literatur und auch in der bildenden Kunst, später dann auch im Film wird diese Frage immer wieder aufgegriffen: Wie weit kann Fiktion gehen und wo sind ihre Grenzen?

Bilder  besprochen in Judith verlässt den Rahmen:

Informationen zu René Magritte

Auszug Judith verlässt den Rahmen

René Magritte. Und das ist keine Pfeife

Cornelius Sehr richtig. Das führt mich zu Magritte und seiner Pfeife.

Judith Wo ist eine Pfeife?
Cornelius Und das ist keine Pfeife. Ceci n’est pas une pipe. René Mag- ritte, das Bild heißt Der Verrat der Bilder und stammt aus dem Jahr 1929. Magritte war Belgier und gehörte zur Gruppe der Surrealisten. Sie er- zählen Geschichten mit ihren Bildern, versuchen die Kunstgeschichte mit philosophischen oder kunsttheoretischen Anmerkungen, die die Szenerie auf dem Bild infrage stellen zu kommentieren. Wichtig ist hier weniger die malerische Ausführung, als die Idee, die sie zu vermitteln versuchen. Der Betrachter soll über seine eigene Wahrnehmung ins Nachdenken geraten. Er soll versuchen, sich eine neue Wirklichkeit vorzustellen. Den Surrealisten ging es um eine Art Traumwelt. Sie wollten klarmachen, dass die Welt neben realen Abläufen der Wirk- lichkeit auch eine verborgene Welt der Träume und Sehnsüchte kennt, deren Bedeutung für den Menschen genauso wichtig ist wie die reale Welt. Wir leben alle mit unbewussten Vorstellungen und Träumen, denen wir zu wenig Platz einräumen in unserem Leben.